Die Christianisierung der Magyaren
Wien [ENA] Die Christianisierung der Magyaren war mehr oder weniger das Schlußkapitel der Bedrohung des christlich gewordenen Europas durch nomadesierende Reitervölker, die zwar Lebensraum suchten, aber deren Lebensstil und Naturreligion zuersteinmal kein Verständnis für die sesshafte und schon unter beeindruckend großen Klöstern und Abteien lebende Bevölkerung hatten, sodass sich der Kulturkonflikt oft gewaltsam äußerte.
Vielmehr verleitete sie die Pracht der zivilisatorischen Errungenschaften immer wieder zu Kriegs-und Raubzügen nach Deutschland, Italien, Frankreich oder Byzanz, wobei Österreich oft ihr Durchzugsgebiet war, das sie immer wieder verwüsteten. So klagten bayrische Bischöfe im Jahr 900 dem Papst, dass die Magyaren die Bewohner in die Sklaverei verkauften, sie töteten und Gebäude und Kirchen in Brand steckten. Das änderte sich am 10. August 955, wenn König Otto der Große sie auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegte und danach sehr bald Klöster wie Passau und Salzburg, aber auch Byzanz um das Recht stritten, die Magyaren zu missionieren. Mit dem Sieg auf dem Lechfeld begann gewissermaßen erst die eigentliche politische Entwicklung Österreichs.
Denn schon 976 wurde der aus dem ostfränkischen Geschlecht der Babenberger stammende Liutpold I mit der Mark an der Donau belehnt und wurde somit Markgraf von Österreich. In der Zwischenzeit entschied sich der Ungarnkönig Géza durch seine Taufe gegen Byzanz und dem orthodoxen Glauben und orientierte sich damit am westlichen Christentum und dem Heiligen Römischen Reich. Diese Entscheidung war in diesen rauhen Zeiten natürlich nicht ganz friedlich, denn um die Macht der Stammesfürsten zu brechen, ließ er den Großteil seiner eigenen Sippe und viele Mitglieder einflussreicher Familien töten. Sein Sohn König Stephan wurde später von einem Passauer Missionar getauft, der die Christianisierung und den Aufbau des ungarischen Staates fortsetzte.




















































