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Jochen Rindt Museum

Verantwortlicher Autor: Tina Burian Großsteinbach, 13.03.2026, 20:39 Uhr
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Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach  Bild: Werner Burian

Großsteinbach [ENA] Besuch im Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach, Steiermark, AT In Großsteinbach in der Steiermark gibt es einen Ort, an dem die Drehzahl gefühlt nie unter Leerlauf fällt und die Emutioen hochschnellen, das private Jochen-Rindt-Museum von Alois Schweighofer.

Was hier entstanden ist, ist weit mehr als eine Sammlung, es ist eine leidenschaftliche Hommage an einen der größten Rennfahrer Österreichs. Der Hausherr ist Fan der ersten Stunde. Während andere vielleicht Briefmarken oder Münzen sammeln, hat Alois Schweighofer seinem Idol gleich ein ganzes Museum im eigenen zuhause gewidmet. Wohnzimmer? Eher eine Boxengasse mit Teppich. Zwischen Vitrinen, Rennhelmen, Modellen und Originalteilen taucht man tief in die Geschichte eines Mannes ein, welcher den Motorsport nachhaltig geprägt hat.

Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach

Jochen Rindt wurde am 18. April 1942 in Mainz geboren. Die Eltern betrieben die Gewürzmühle Klein & Rindt (Kleri), kamen jedoch 1943 bei einem Bombenangriff ums Leben. Der kleine Jochen zog daraufhin zu seinen Großeltern nach Graz, wo er aufwuchs. Seine wahre Leidenschaft galt jedoch dem Motorsport. Mit einer österreichischen Rennlizenz begann Rindt bei Bergrennen, Wertungsfahrten und Flugplatzrennen. Vom ersten Simca führte sein Weg über die Formel Junior und Formel 2 schließlich bis in die Formel 1. Anfangs galt er als wilder ungestümer Fahrer, doch mit der Zeit entwickelte er sich zu einem der besten Piloten seiner Generation.

1965 gewann er gemeinsam mit Masten Gregory das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Auch in der Formel 2 sorgte er für Aufsehen, als er bei einem Rennen in England, Jim Clark und Graham Hill schlug. Spätestens da war klar. Dieser junge Mann gehört zur Weltelite. Seinen ersten Formel-1-Sieg feierte Rindt 1969 in Watkins Glen. In der Saison 1970 dominierte er mit dem legendären Lotus 72 die Weltmeisterschaft. Doch beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza am 5. September 1970 geschah das Unfassbare. Jochen Rindt verunglückte bei einem tragischen Unfall tödlich, ein Moment, der die Motorsportwelt erschütterte.

Sein Punktevorsprung war jedoch so groß, dass ihn selbst sein stärkster Konkurrent Jacky Ickx nicht mehr einholen konnte. Am 4. Oktober 1970 wurde Jochen Rindt posthum zum Formel1 Weltmeister gekrönt, bis heute ein einzigartiger Moment in der Geschichte des Motorsports. Aber der Mythos Jochen Rindt lebt weiter, besonders in Großsteinbach. Alois Schweighofers Sammlung begann einst mit Zeitungsausschnitten und Fotos. Heute umfasst sie über 35.000 Bilder, mehr als 400 Modellautos, unzählige Bücher, Rennprogramme und Autogramme. Dazu kommen originale Rennwagenteile, Pokale sowie persönliche Gegenstände des Weltmeisters, darunter Helme, Overalls oder sein Terminkalender aus dem Jahr 1969.

Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach
Jochen-Rindt-Museum in Großsteinbach

Ein besonderes Highlight ist eine beeindruckende Modellversion des Lotus 72C im Maßstab 1:5, etwa einen Meter lang. Auch eine restaurierte Replik von Rindts erstem Rennwagen, dem Simca Montlhéry, steht in der Garage. Wer das Museum besucht, merkt schnell, Alois Schweighofer führt seine Gäste nicht nur durch Räume, er erzählt Geschichten. Mit viel Fachwissen, Leidenschaft und einer guten Portion steirischem Schmäh lässt er die Ära des großen Rennfahrers wieder lebendig werden. Und so wird einem hier schnell klar. Jochen Rindt mag seit Jahrzehnten nicht mehr leben, doch sein Mythos dreht in Großsteinbach noch immer mit Vollgas weiter.

Wir bedanken uns herzlich bei Alois Schweighofer für die leidenschaftliche Führung durch sein Museum, ein Ort, an dem Legenden nicht verstauben, sondern weiterleben. Alle, die Motorsport nicht nur sehen, sondern spüren wollen, können sich gerne bei Alois Schweighofer vorab für eine Museumstour melden. Jochen-Rindt-Museum in 8265 Grosssteinbach, Kroisbach Nr. 104 Bitte unbedingt um Voranmeldung unter der Telefonnummer: 0043/664 32 45 444

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