Samstag, 25.11.2017 00:55 Uhr

Viele Sparschweine leben im Paradies.

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Berlin, 14.11.2017, 16:43 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 2156x gelesen
Steuern sparen im Paradies
Steuern sparen im Paradies  Bild: Frei Pixabay

Berlin [ENA] Das Paradies existiert immer noch. Zumindest für viele Sparschweine. Das International Consortium of Investigative Jounalists (ICIJ) hat es entdeckt und öffentlich gemacht. Mit den Paradise – Papers ist deutlich geworden, dass viele Reiche findige Tricks kennen, um dem Gemeinwohl zu schaden.

Dabei sind die Steuervermeidungstricks durchaus legal oder bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Es gibt Firmen, die nichts anderes machen, als diese Steuerschlupflöcher zu finden und Interessierten anzubieten. Hier werden Gesetzeslücken gnadenlos ausgereizt. Dabei geht es recht kompliziert zu. Schnell sind Forderungen von Politikern laut geworden, diese Gesetzeslücken schnellstens zu schließen. Das kann aber nur EU weit geschehen und wird sehr schwierig bis unmöglich werden.

Steuermoral nur für Arme?

Die Entrüstung über die Nutzung der Steuermeidungstricks von Reichen und Unternehmen ist groß gewesen. Schnell sind diese an den öffentlichen Pranger gestellt worden. Aber ist die Forderung nach mehr Steuerehrlichkeit nicht nur geheuchelt? Ist diese Debatte nicht nur eine Neiddebatte? Es gibt zahlreiche Bücher darüber, wie auch der normale Einkommensbezieher seine Steuerschuld verringern kann. Und welcher Arbeitnehmer ist bei der Angabe der Werbungskosten gegenüber dem Finanzamt immer ehrlich? Der Anreiz dem Staat nicht das zukommen zu lassen, was ihm zusteht, ist wohl bei jedem vorhanden. Nur die monetären Dimensionen unterscheiden sich voneinander.

Die Steuer dient dem Gemeinwohl.

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ So steht es im Grundgesetz, Artikel 14. Was bedeutet das genau? Das Bundesverfassungsgericht hat dazu gesagt, dass nur solches Eigentum verpflichtet, welches soziale Relevanz besitzt. Der Staat sorgt mit der Erhebung von Steuern dafür, dass Eigentum dieser sozialen Verantwortung gerecht wird. Das Gericht führt auch aus, dass es außerhalb der gesetzlichen Regelungen keine weitere Verpflichtung von Eigentum geben kann.

Dem Gemeinwohl dienen.

Eigentum bedeutet auch Eigenverantwortung. Schon in den Anfängen der Menschheit hat es Eigentum gegeben, nur hat dieses dem Stamm und damit der Gemeinschaft gehört. In Eigenverantwortung etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun, ist Sinn des Lebens gewesen. Das Eigentum des Stammes zu mehren hat das Leben jedes Einzelnen verbessert. So ist das Überleben der Gemeinschaft gesichert worden. Leider ist diese Art der Eigenverantwortung oft verloren gegangen. Was der Staat nicht regelt, geht mich nichts an, ist das moderne Denken. Genau das wird den legalen Steuervermeidern vorgeworfen. Sie entziehen sich ihrer Verantwortung für die Gemeinschaft, sind aber gleichzeitig Nutznießer des Gemeinwohls.

Moral lässt sich nicht durch Gesetze verordnen. Gesetzeslücken zu schließen, ist die Aufgabe der Politik. Moral zu stärken ist Aufgabe jedes Einzelnen. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/paradise-papers-steuerenthuellungen-auswirkungen http://www.kas.de/wf/de/71.10179/

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.